Koch-Schütz-Studer

 

The Band:

Mulhouse KSS - en concert_Photo von Sebastien Bozon

 

Foto: Frank Schindelbeck
Koch-Schuetz-Studer-Enjoy-Jazz-2005-Schindelbeck

The Swiss trio “KOCH-SCHÜTZ-STUDER” has a name on the international scene for it’s radical and uncompromising “Hardcore Chambermusic”. The three musicians are working together since 1990. Characteristics of their music are hard contrasts, even contradictions. Sequenced sounds from various unrecognisable sources and the use of live-electronics create dense walls of sound which are contrasted with completely acoustic, minimalistic-ambient improvisations.

Analogue (“played”) and digital (“programmed”) beats are juxtaposed against free “outer-limits”- improvisations. It is a music free of stylistic restrictions. The three accomplished musicians have been working in a “style-free” musical zone for quite some time now and with their live performances at jazz-festivals, in underground rock-and electronic-music-clubs as well as in the context of contemporary “classical” music they are showing that to them an open as well as radical artistic attitude is more important than style-categories or musical genres. Besides their work as a trio, “Koch-Schütz-Studer” have always initiated various projects and worked with musicians/artists from different cultural and artistic backgrounds.

An ongoing project is the group “Roots and Wires” with New-York-DJs I-Sound and M.Singe. The trio‘s CD “Heavy Cairo Traffic” with the renowned traditional egyptian musicians “El Nil Troop” found enthusiastic response from critics and public alike. Their recordings with traditional and improvising Cuban musicians (Koch-Schütz-Studer & Musicos Cubanos: “Fidel” )offer very different and unique takes on afrocuban music. Two recordings have been released with exceptional swiss poet/performer Christian Uetz. The music-theatre-project “antenne karger” with actor Markus Wolff has recently been recorded and will be broadcast in november on radio DRS as a radioplay. The latest CD is “life tied” (intakt) and got fantastic reviews in the press and great feedbacks from listeners.Other ongoing collaborations besides the work as a trio are frequent concerts with british vocalist Phil Minton and a performance program with german author Birgit Kempker. This year the trio has played and will play at numerous festivals like the Willisau Jazzfestival, Jazz em Agosto Lisbon, Jazz à Mulhouse, Enjoy Jazz Mannheim/Ludwigshafen, “izzven”Festival Maribor, Festival Leipzig.

Koch-Schütz-Studer
haben in den letzten Jahren immer wieder mit Musikern aus andern Kulturkreisen und/oder aus anderen Sparten zusammengearbeitet, so zum Beispiel mit traditionellen
ägyptischen Musikern in Kairo (CD “Heavy Cairo Traffic”), afro-kubanischen Musikern in Havanna (CD „Fidel“), dem Wortakrobaten Christian Uetz (Lucerne Festival 2002), der Autorin/Performerin Birgit Kempker (Gare du Nord Basel 2004)) und dem Schauspieler Markus Wolff (Opernfestspiele München 2003).

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Projects:

Jesus-und-die-drei-Mareien-

„Jesus und die drei Mareien”Mariahilf Kirche,
Museggstrasse, 6004 Luzern
Theaterstück in Schweizerdeutsch nach den vier Evangelien.
Regie: Louis Naef, Autor: Hansjörg Schneider, Musik und Geräusche:
Koch-Schütz-Studer Uraufführung: 8. Dezember 2007
Weitere Aufführungen bis Ende März 08
Informationen und Vorverkauf: www.theater-jesus.ch


– “DER NACHBAR” by Josef Vital Kopp,
Friday, November 3, 2006 / PREMIERE of the theatre-play
directed by Louis Naef -Music by”Koch-Schütz-Studer” “Stiftstheater”, Beromünster, Switzerland

– TELLSPIELE Altdorf /
Theatermusik, Regie: Louis Naef (2004)

– MAMMAWARTEN / Perfomance mit der
Autorin Birgit Kempker (2004/Uraufführung im Gare du Nord,
Basel. Radio-Produktion mit WDR Köln in Vorbereitung.


Antenne Karger 1

“ANTENNE KARGER” /Text-und Musikperformance mit dem Schauspieler Markus Wolff
(Ko-Produktion Opernfestpiele „festspiel+“ / München und Gare du Nord / Basel 2003) Auftritte u.a. am „Aua-Wir-Leben“ Festival Bern 2004, „le gipfel du jazz“ Freiburg i.Br.2004, Box im Schiffbau Schauspielhaus Zürich 2004). Radio-Produktion mit Radio DRS2 im Februar 2005 (Aufnahme einer Vorstellung im Stadttheater Biel)


Critics:

“HARDCORE CHAMBERMUSIC” Kritiken: – A CLUB FOR 30 DAYS A FILM BY PETER LIECHTI Ein 70-minütiger Film von Peter Liechti mit Koch-Schütz-Studer. Die Verdichtung von dreissig Tagen Musik auf einen Film-Abend läuft ab Ende November im Kino: Zürich, Luzern, Bern, St. Gallen, Basel und am Locarno Film Festival

hardcore DVD

Johannes Anders Free Music erfahr- und nachvollziehbar darstellen […] Frei improvisierte, spontan entstehende Musik ist bekanntlich nicht jedermanns Sache und auch manche Jazzinteressenten haben da Rezeptionsprobleme oder setzen sich derartig herausfordernden Hörabenteuern gar nicht erst aus. Dem engagierten St.Galler Filmemacher gelingt in einzigartiger Weise das Kunststück, die kollektiven Improvisations- und Artikulationsprozesse des impulsiv wie intuitiv agierenden Trios Koch-Schütz-Studer nicht nur transparent zu machen, sondern so darzustellen, dass man unweigerlich hineingezogen wird und diese Musik plötzlich mit anderen, neuen Ohren und Sinnen wahrnimmt. Eingestreute Gesprächsausschnitte mit spontanen, ungefilterten Äusserungen und Kommentaren der Spieler über die Musik, das gegenseitige Agieren, Reagieren oder Probleme bei der musikalischen Kommunikation tun das Übrige, um als Zuschauer und Zuhörer voll und ganz in diese spannenden Musikwelten einsteigen zu können. Anlass für diese Aufnahmen war die im letzten September stattgefundene, 30-tägige Performance des Trios in einer alten, extra für diesen Anlass hergerichteten Schlossere in Zürich West, in der Liechti während 12 Tagen Aufnahmen machte. So dicht, eindringlich und unmittelbar erfahr- und nachvollziehbar wurde kaum je zuvor neue Musik filmisch dem Publikum nahegebracht. Ein Ereignis!

Peter Liechti’s Film “Hardcore Chambermusic” – a club for 30 days shot during the 30 days performance in zürich last year has had it’s successful premiere at the locarno international filmfestival on august 6th. check out the following reviews (in german)

BIELER TAGBLATT 8.8.06
Hörerlebnis auf der Leinwand
Der Musikfilm «Hardcore Chambermusic» mit den Bieler Musikern Hans Koch und Martin Schütz hat im Programm der «Semaine de la critique» am Filmfestival in Locaro seine Premiere gefeiert. Es ist ein mitreissendes Werk.

Andreas Stock, Locarno
Bis gestern, 24 Stunden vor dem «Tag des Schweizer Films» am Festival in Locarno, sind es durchaus auch Schweizer Filme, die Akzente zu setzen vermögen. Hauptdarstellerin Stephanie Glaser wurde nach der Projektion des Piazza-Filmes «Die Herbstzeitlosen» mit stehenden Ovationen gefeiert. Und viel Applaus und begeisternde Kommentare gab es für Peter Liechti nach der Premiere seines Films «Hardcore Chambermusic» in der «Semaine de la critique». Der St. Galler Filmemacher beschäftigt sich nach «Kick That Habit» (1989) und «Namibia Crossings» (2004) erneut mit Musik, insbesondere damit, wie Musik entsteht. Entstanden ist ein Film mit und nicht über das Trio Koch-Schütz-Studer, wie Liechti betont. «Der Prozess des Musizierens lässt sich mit keiner anderen Band so gut zeigen, wie mit dem Trio Koch-Schütz-Studer», sagt Liechti, der sie «für die grossartigste Gruppe des Landes» hält. Der Regisseur kennt die beiden Bieler Musiker Hans Koch (Saxophon, Electronics) und Martin Schütz (Cello, Electronics) und den Luzerner Schlagzeuger Fredy Studer seit vielen Jahren. Studer war bei «Namibia Crossings» mit dabei und Martin Schütz hat für zwei Filme von Peter Liechti die Musik geschrieben. Ihr Wunsch, einmal zu viert zusammen zu arbeiten, erfüllte sich mit diesem aussergewöhnlichen Projekt des Trios: In einer Langzeitperformance improvisierten Koch-Schütz-Studer im September 2005 jeden Abend zur gleichen Zeit, in einem eigens dafür gebauten Club in Zürich. 30 Abende moderne, verwegene, improvisierte Musik: «Hardcore Chambermusic», wie es das Trio nennt. Musik, die nicht nur auf gewöhnlichen Instrumenten gespielt wird, sondern von Schütz und Koch auf dem Laptop bearbeitet wird, und die dabei nicht nur die Grenzen von Soundbildern ausloten, sondern auch immer versuchen, so etwas wie dem absoluten Klang näher zu kommen.Genau hingehört
Peter Liechti dokumentiert dieses Konzertexperiment in einem «reinen» Musikfilm, denn es geht darin ausschliesslich um Musik. In der dichten Montage (mit Cutterin Tanja Stöcklin) finden sich einige magische Momente, in denen zu hören und sehen ist, was Martin Schütz meint, wenn er sagt, ihre Improvisation entstehe intuitiv, aus dem Fluss der Musik heraus. Peter Liechti schaut und horcht so genau – bis hin zum Geräusch des Deckenventilators – dass man als Zuschauer nicht anders kann, als gebannt zu erleben, wie diese drei leidenschaftlichen Klangforscher sich immer wieder von neuen musikalischen Flüssen wegtragen lassen – und wir uns mitreissen lassen. Die stumme Kommunikation zwischen den Musikern, wie sie aufeinander hören, wie das Publikum im Club lauscht und auf die Musik reagiert, das macht «Hardcore Chambermusic» zu einem Hörerlebnis, das manchen womöglich gar die Augen öffnet für eine Musik, mit der sie bislang wenig anzufangen wussten.
Filmbulletin 27.07.2006  Irene Genhart

Filmbulletin, Winterthur
Anfang September 2005 ins Konzert gegangen Zuspät gekommen Vor einer geschlossenen Tür gestanden ehrfürchtig gewartet Der Spätsommerabend ist verboten schwül Aus den Bars und Kneipen der näheren Umgebung dringen Schwatzgemurmel vereinzelt gelles Frauenlachen dunkle MännerlachsalveAusgehgeräusche in Zürich West Durch die Tür dringen Fetzen von Jazz Schemenhaft erkennbar Menschen eine Bar Pause dann Zusammen mit ein paar Luftschnappern quillt rauch und hitze schwanger feuchte Luft und Konzerttalk durch die sich öffnende Tür In einem improvisierten Club in einer ehemaligen Schlosserei in Zürich West hat die Schweizer Combo Koch-Schütz- Studer im Spätsommer 2005 zu einer Performance der besonderen Art geladen An dreissig aufeinanderfolgenden Abenden nämlich vom 1 bis 30 September spielte das Trio das seit fünfzehn Jahren mitten im internationalen Musikgeschehen steht je zwei Sets von jeweils vierzig Minuten Dauer «3oxTRIO» nannten Koch-Schütz-Studer den Event und hatten sich ganz der Improvisation verschrieben HARDCORE CHAMBERMUSIC EIN CLUB FÜR DREISSIG TAGE nennt Peter Liechti den Film der daraus hervorgegangen ist Es handelt sich dabei weniger um ein Zeugnis ablegendes Dokument als vielmehr um ein höchst eigenständiges Kunstwerk einen Film der seinerseits einzig dem Verlauf der Zeit verschrieben und der Kreativität Liechtis gehorchend selber daher kommt wie ein improvisiertes Stück Jazz Musikfilm zum einen ist HARDCORE CHAMBERMUSIC andererseits auch ein «Buddy Movie» das Einblick vermittelt in das kreative Zusammen Schaffen der drei so begnadeten wie arrivierten Musiker Das sind Hans Koch geboren 1948 in Biel ausgebildet zum klassischen Klarinettisten In den neunziger Jahren dann aber hängte Koch seine klassische Orchesterkarriere an den Nagel. Er entdeckte Computer Co als Instrumente und gilt heute als einer der originellsten Holzbläser der Welt Der Luzerner Fredy Studer geboren ebenfalls 1948 ist ein weit und weltgereister Autodidakt und gilt als einer der innovativsten Perkussionisten Europas Studers einmaliges Improvisationstalent hat man schon in Peter Liechtis NAMIBIA CROSSINGS 2004 bewundern dürfen Bleibt der 1954 geborene Cellist Martin Schütz zu erwähnen ein Bieier wie Koch Schütz bis vor kurzem einer von Christoph Marthalers Hausmusikern steht mit einem Bein immer auch im Theater und gilt er hat für Filme von Peter Liechti Dieter Gränicher Tobias Ineichen komponiert als einer der wichtigeren Schweizer Filmmusik Komponisten. Was das Trio vereint ist nebst der Musik eine tiefe Freundschaft «Bei Koch-Schütz-Studer» sagt Fredy Studer in Liechtis Film «stimmt es nicht nur musikalisch sondern auch menschlich »Just das führt er weiter aus ist eben nicht selbstverständlich wenn man zusammen Musik macht Es ist im Gegenteil eher ein Glück fast schon gar Locker lehnen die drei in der Pause an der Bar Mischen sich unter die Zuhörer unter denen sich jeden Abend auch etliche Bekannte etwa Irene Schweizer finden Sie trinken ein Glas rauchen eine Zigarette und sind wie sich in HARDCORE CHAMBERMUSIC zeigt die Schwatzhaftesten nicht Doch was sie sagen ist von wohlüberlegter Treffsicherheit verrät vieles über ihr Denken ihr Fühlen ihr Freundsein und die Kunst der Musikimprovisation «Ich kann nicht mit dem Kopf Kopfvoller voller Gedanken auf die Bühne steigen esbraucht diese Leere aus der die Musik zu strömen beginnt» erklärt Martin Schütz Und später in Liechtis Film unterhalten sich Studer und Koch darüber dass man nicht denken soll beim Improvisieren «Weil man nicht frei ist wenn man denkt es nicht fliesst wenn man der Musik Zügel anlegt »und es in «30xTRIO» eben just um diese sich aus der Leere generierende Musik geht die sich in nichts einschreibend ausser der Zeit den Zuschauer gerade diese vergessen lässt Abend für Abend haben Koch-Schütz-Studer gespielt Abend für Abend haben ein paar Zuhörer mehr den Weg in die ehemalige Schlosserei gefunden Ein paar Mal fanden sich unter ihnen Peter Liechti und seine Filmcrew Die Kameramänner Peter Guyer und Matthias Kalin der Tonmeister Balthasar Jucfeer Sie haben Töne eingefangen und mit fliegender Kamera gefilmt die drei Musiker Ihre Gesichter den Schweiss auf ihrer Stirn Hände Finger Füsse Instrumente Saiten Tasten die Touchscreen von Kochs Sampler Sequenzer Synthesizer das Wasser in Studers gelb leuchtendem Wasserbecken. Die huschenden Licht und Schattenspiele an den Wänden i 2 3 u 12 20 21 22 29 30 zählt ein jeden Abend wechselndes Lichtbild Das Lachen der Barkeeperin die Konzentration des Mannes am Mischpult Das Surren des endlos rotierenden Ventilators Die Zuhörer Mal konzentriert mal in sich selbst versunken Auf AufHockern Hockern Stühlen Bänken manche stehend Selbstvergessen tanzend oder sanft wippend den Hauch der leisen Glückseligkeit von Musikhörenden auf ihrem Gesicht
Dem Lauf der Sessions und der Musik folgt Liechtis Film Das Lichtbild an der Wand markiert auch im Film das Fliessen der Zeit Abgesehen davon ist HARDCORE CHAMBERMUSIC geschöpft aus der kreativen Fülle dieser genialen Gigs und vom Regisseur mit stupendem Musikgefühl und frivolem Mut zum Experiment montiert ein klangvoll verführerisches filmisches Kleinod beziehungsweise ein Film über das wunschlose Sein im Moment der vollen Hingabe von Hörern und Musizierenden an das der Ewigkeit eingeschriebene Moment der Musik.
Regie: Buch Peter Liechti Kamera: Peter Guyer Matthias Kfflin Peter Liechti Montage: Tania Stöcklin Ausstattung/Beleuchtung: Büffet für Gestaltung
Musik Mitwirkende Koch Schütz Studer
Tonaufnahme: Balthasar Jucker Live Tonmischung: Daniel Schneider
Jean-Claude Pache
Tonmischung: Dieter Lengacher Magnetix Produktion Peter Liechti Koproduktion Schweizer Fernsehen SF Schweiz 2006 Farbe 35mm 72 Min CH Verieih LootNow Zürich

Kammermusik für Hartgesotteneb 01.12.2006
Feuilleton – Seite 35 – Christian Broecking
Menschlich und musikalisch stimmt’s, sagt Fredi Studer. Der Schlagzeuger ist der Positivist im spannendendsten Bandexport, den die Schweiz seit langem zu bieten hat: Koch-Schütz-Studer. Hans Koch, Bassklarinettist und Laptop-Operator, ist eher der Skeptiker. Ein Hardcore-Improvisator, wie man ihn eher in der britischen Schule vermutet. Und dann ist da noch der Cellist, ebenfalls mit Hang zum Laptop, und Martin Schütz, der eine aktuelle Gruppenintention so formuliert: Schon seit Jahren wünscht man sich eine Arbeitssituation, wie sie die Erfinder des Neuen Jazz Anfang der Sechziger Jahre hatten. Im New Yorker Club Five Spot spielte das Ornette Coleman Quartett monatelang am Stück und schuf einen Sound, den es zuvor nicht gegeben hatte. Nun ist die große Zeit der Avantgarde zwar längst vorbei, und doch hört man hin und wieder Fortschreitendes. Koch-Schütz-Studer sind so – tief verankert im Punkgebirge der freien Improvisation, knisternde Klangflächen, explosive Feldforschungsexponate, und nach 15 Jahren intensiver Zusammenarbeit nun der große Kinofilm: "Hardcore Chambermusic.
Heute läuft der neue Musikfilm von Regisseur Peter Liechti zunächst zwar nur in Schweizer Kinos an, doch die CD, die aus 60 mal 40 Minuten Material schöpft, ist schon im Handel: “Tales From 30 Unintentional Nights” ist soeben beim Züricher Label Intakt erschienen. Im Film sieht man gut, wie es zur CD kam – Liechti wollte gerade keinen Konzertfilm drehen und fand den Vorschlag der Band, ein intimes Club-Setting zu installieren, toll. Also wurde das Züricher Büffet für Gestaltung; beauftragt und baute in einer alten Schlosserei einen provisorischen Jazzclub mit Bühne und Bar, der den ganzen September 2005 geöffnet hatte. Liechti und Schütz berichten, dass sie befürchtet hatten, es würden nur sehr wenige Leute zu den Konzerten kommen. Und so war es anfangs auch. Aber die Leute von einer freien Theatergruppe, die den Tresenbetrieb übernahmen, sorgten schnell für neue Gäste. Die redeten, rauchten und tranken, doch wenn die Musik losging, waren auch sie aufmerksam. Ja, die Musik war sehr laut in dem Club, berichtet Liechti, in einer Szene des Films sieht man die Pianistin Irène Schweizer sich gerade die Ohren zuhaltend, und es war heiß – das Grundgeräusch des Deckenventilators wurde deshalb von Schütz kurzerhand zum Klang erklärt. Der Club hatte 30 Tage geöffnet, jeweils gab es 2 Sets a 40 Minuten nur Koch-Schütz-Studer. In der letzten Woche des Film-Clubs mussten sogar einige Leute wieder nach Hause geschickt werden, es hatte sich herumgesprochen, dass in der Schlosserei 12 etwas ganz Ungewöhnliches passierte. Statt der 50 erlaubten Zuschauer waren manchmal sogar 120 in dem kleinen Raum, dennoch sind sich die Akteure in einem Punkt einig: wiederholbar und kopierbar ist das Ganze kaum. Beim Unerhört-Konzert am letzten Sonntag waren Koch-Schütz-Studer schon wieder ganz woanders – mit illustren Gästen in postfeministischem Diskurs und brillanter Folklore-Destruktion verstrickt.


“ANTENNE KARGER” Kritik:   © Neue Zürcher Zeitung; 30.11.2005;
Unterwegs in keineswegs kargen Klanglandschaften von Erne R.
Meist bleibt die Stille weit weg. Der Alltag ist erfüllt von Geräuschen und Tönen, die sich nicht selten zum Lärm auswachsen. Doch längst nicht alles, was uns fast permanent umspült, nehmen wir ungefiltert auch auf. Eben diese Erfahrung der selektiven Wahrnehmung akustischer Reize haben der mit Arbeiten Ruedi Häusermanns und Christoph Marthalers vertraute Schauspieler Markus Wolff und das für sogenannte Hardcore Chamber Music zuständige Trio Koch-Schütz-Studer mit ihrem triftige Sprach- und Sound-Splitter legierenden Hörstück «Antenne Karger» verarbeitet. Es sind eigene Texte und literarische Zitate sowie Bruchstücke aus Zeitungen, Illustrierten und dem Internet, die Wolff auch mittels Audiokassetten beisteuert. Wobei seine dafür ausgefahrene Antenne ein ausgeprägtes Sensorium für Vorfälle verrät, die so manches Unglück einschliessen. Hans Koch (Reeds, Elektronik), Martin Schütz (Cello, Elektronik) und Fredy Studer (Schlagzeug) wiederum konzentrieren sich auf kontrastreiche Klangflächen, die teilweise wiederholt aufblitzendes Wortmaterial einmal dicht einhüllen, dann leichthin freigeben oder gar abstreifen. Resultat ist eine zwischen unaufhaltsamem Aufbrausen und bewusstem Innehalten oszillierende Collage, deren Botschaften aufhorchen lassen. Unvermittelt aufgebrachte, von treibenden Grooves begleitete Such- beziehungsweise Vermisstmeldungen und ähnliche Hilferufe münden da zunächst in klangintensiv bohrende Fragen wie: «Lebt meine Seele in einem fremden Land? (. . .) Kümmern sich meine Gefühle zu Recht nicht um meine Vorbehalte? (. . .) Sind dem Unmöglichen keine Grenzen gesetzt?» Zu denken geben bei Wolff überdies ein auch lebensmüde mit erfinderischer Energie geschlagener Ingenieur oder aber jener tätowierte Mann namens Hary (und nicht etwa Harry), der sich an einem Fischergalgen erhängte. Gleichwohl von einem wunderschönen Leben kündet eine zunehmend unverständliche (Band-)Stimme, die ein durch Stöhnen und stossweises Atmen abgelöstes Fiepen von Kochs Bassklarinette provoziert. Ob im Weiteren von der schwärenden Qual eines vorzeitig gewaltsam getrennten Paars oder aber der unerwartet aufschreckenden Autobahnfahrt (von Basel nach Solothurn) zweier Freundinnen und – geradezu euphorisierend – vom «offenen Mund» die Rede ist: Das in eigenwillig bahnbrechender Improvisationskunst erprobte Trio Koch-Schütz-Studer verständigt sich mit Wolff auf ein spannungsvoll ertastetes, aber nie mutwillig ausgereiztes Interplay, das auch Raum für Unerhörtes gewährt. Sind es bisweilen bloss sachte placierte Tupfer, die den Part der drei Instrumentalisten ausmachen, nehmen sie das Heft immer wieder auch dezidierter in die Hand, ohne dabei aufdringliche Gesten zu bemühen. Wolffs ausdrucksstarke Mitstreiter sind hier für kontrollierten Swing, dort für ungezähmtes Kollektivspiel besorgt, wissen bei Gelegenheit auch Rock-Versatzstücke und Scratching einzubringen, derweil ihr Sprecher auf seinen kolportierten Geschichten beharrt. Zu deuteln gibt es freilich kaum etwas, zumal die in Koproduktion mit den Autoren realisierte Radiofassung eines bühnenreifen Projekts nahelegt: Am Werk ist ein hellhöriges Quartett, das uns in keineswegs karge Klanglandschaften zu (ent)führen versteht.


Critics:  “CHOCKSHUT”

Intakt CD 031/1994, recorded 1991 in Zürich
“… The music, though clearly arranged, has the looseness of the best free interplay. It`s a recording that, despite its diversity (or perhaps because of it), plays through from beginning to end…”
(Robert Iannapollo, “Cadence”)

“… This unclassifiable music, which contains many style-elements, is spontaneous and controlled at the same time; the great Suite presented here is among the most adventurous musical expeditions which was ever undertaken by improvising artists in Switzerland…”
(Nick Liebmann, “Neue Zürcher Zeitung”)

“… An extraordinary instrumental discipline, a sense of collective energy…captivating!”
(“Orkhestra International”)


Critics: Koch-Schütz-Studer & El Nil Troop “HEAVY CAIRO TRAFFIC”

Intuition INT 3175 2/1997, re 1995 in Kairo
“…”Heavy Cairo Traffic” is the most thrilling intercultural discourse I came across since a long time:sophisticated in it’s construction, never arbitrary, always open and surprising…”
(Peter Rüedi, “Die Weltwoche”)

“…one believes to hear how well at ease camels could feel in a Downtown-Manhattan-atmosphere, how the nervous car-horns of Cairo are driving the three Swiss into insanity, how Schütz’s basslines and Studer’s jungle-beats almost transform the Egyptians into hip popstars…” (“Facts”)

“…there are moments of spine-tingling excitement when the pace quickens.Studer accepts a straight-ahead rhythmic drummer’s role, but Koch’s clarinets and saxes and Schütz’s electric cello are quick to seize on the buzzing frenzied textures of the Egyptian sound as a launch-pad for their own flights into improv-noise…” (Chris Blackford “The Wire”)


Critics: Hardcore Chambermusic

“…Hans Koch, Martin Schütz und Fredy Studer don’t play Jazz, they play the essence of Jazz…”
(Nick Liebmann, “Neue Zürcher Zeitung”)

“… Hardcore Chambermusic stands like a groyne in the flood of new releases. Of all the music that swept through the ears of this hearer since last year, this chambermusic of the hard core kept coming back: as a summit of aesthetic ambition…”
(Ulrich Stock, “Die Zeit”)

“…genial when the borderline between Musique Concrète and abstract improvisation dissolves, when you feel latent danger under a rippled surface…”
(Felix Klopotek, “Spex”)


– QUARTETT mit dem britischen Vokalisten Phil Minton (seit 2003)

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– MYSTERIENSPIEL / mit dem Wortakrobaten Christian Uetz (2000/2002) in der Jesuitenkirche Luzern am Lucerne Festival. Auftritte u.a. in der Schiffbauhalle Schauspielhaus Zürich, am Literaturkolloquium Berlin-Wannsee und Jazzfestival Schaffhausen.


– KSS & SINFONIETTA BASEL (Leitg.Peter Rundel)
Kompositionen von Thomas K.J.Meyer und Dieter Ammann. Auftrag des Lucerne-Festival 2002. Aufführungen im KKL Luzern und Rundhof der Messe Basel.


-“ROOTS and WIRES” mit DJ M. Singe (Beth Coleman) und DJ I-Sound (Craig Willingham), Auftritte u.a. an den Konfrontationen Nickelsdorf 1998,am Jazzfestival Willisau 1998 und am Internationalen New Jazz Festival Moers 2002) Musik von der CD „Roots and Wires“ ist Teil der Filmmusik zu „Gambling,Gods and LSD“ (2002) von Peter Mettler.

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– QUINTETT mit Elliott Sharp und DJ-B.Buster (JazzNoJazz-Festival Zürich 1996)


– PROJECTIONS SONORES mit DJ-B.Buster, Pete Ehrnrooth, Andy Guhl, Edgar Laubscher, Butch Morris,Norbert Möslang, Daniel Mouthon, Günter Müller, Jim O`Rourke, Dorothea Schürch, Marie Schwab und Nicolas Sordet (Biel und Zürich 1996)


– KOCH/DEMIERRE-PROJEKT “Jazz is not dead, but it just smells funny” mit Johannes Bauer, John Butcher, Hans Burgener, Mark Charig, Phil Minton, Evan Parker, Steve Noble, Marianne Schuppe, Dorothea Schürch, Phil Wachsmann und Alfred Zimmerlin(Taktlos Festivals Zürich/Bern/Basel und Jazz & More Festival München 1993)
-CHOCKSHUT mit Jacques Demierre, Andreas Marti und Stephan Wittwer (Jazzherbst Konstanz, Konfrontationen Nickelsdorf 1992)


– DOUBLE-Q!!! mit Andrew Cyrille, Fred Hopkins, Diedre Murray, Jeanne Lee und
Dorothea Schürch (Jazzfestival Willisau 1992)


– Konzerte mit dem Hardcore-Trio YUKON und mit Anthony Coleman


-“Restlessness” Auftritt im Film von Thomas Imbach


Fotos: Ben Huggler

Karate          

Fisheye

http://www.koch-schuetz-studer.ch/


Rider:

kssrider 24channel rider
kssrider 16 channel rider
danu

Daniel Schneider: Our Soundengineer


From the Downtown Music Gallery in New York: Koch-Schütz-Studer


 

131f

Koch-Schütz-Studer

HARDCORE CHAMBERMUSIC – A CLUB FOR 30 DAYS
A FILM BY PETER LIECHTI

Hans Koch: Reeds, Electronics
Martin Schütz: El-5string-Cello, Cello , Electronics
Fredy Studer: Drums, Percussion

Intakt DVD 131

HANS KOCH/MARTIN SCHÜTZ/FREDY STUDER/PETER LIECHTI,
dir – Hardcore Chamber Music [DVD] (Intakt 131; Switzerland)
A film by Peter Liechti starring of the sights and sounds from a thirty
day music marathonfeaturing Hans Koch on bass & contrabass clarinets,
soprano & tenor saxes, electronics & sampling; Martin Schütz on acoustic
& electric 5-string cello, electronics & sampling and Fredi Studer on
drums & percussion. This fabulous Swiss trio never ceases to amaze me.
Through their previous seven discs, they are consistently challenging
themselves by going to different geographical locations (like Cuba) and/or
working with musicians from different scenes.This fine DVD includes
interviews with each musician (you can choose from subtitles in
various languages), as well as concert footage from 12 of the 30 days they
played altogether. What’s great is that we get a great deal of close up shots
so we can see exactly who is doing what. Schütz mentions that it is not as
simple as calling it just “improv” since there is always intention,
direction and preparation involved. We get to see & hear some extended
techniques and the diverse ways that these musicians alter the way they play
their instruments. The filmmaker has to deal with things like a fan that makes
some noise, but it becomes just another part of the audio environment.
Since this takes place in a bar, we always see someone smoking a cigarette
and drinking a beer. I recognize Phil Minton and Irene Schweizer in the
audience at one point. Many sounds become a part of the music, Fredi
patting a bowl of water, someone pouring a beer, the fan circulating.
The audience members become a part of the visual presentation when the
camera captures them a listening closely. Although the music is present
in excerpts, there is a constant thread that flows through it all, as
if this was one complete performance and not from thirty or so sets.
There is a most dramatic section when Schütz puts his cello through
some distortion box and we are off into some powerful heavy-metal
progressive insanity. The trio discusses things like the danger of
“hesitating” on stage and how certain musicians are beyond hesitating,
like Jimi Hendrix. One section is sped up and looks hilarious, yet it
doesn’t sound much different from what comes next. What I find is that
this DVD captures a lot of the quieter moments of this trio and not so
much of their more explosive side. Overall it is superbly shot and the
balance of interviews and music feels just right. It is amusing when
they hit this rock groove and the folks in the audience start dancing.
I wanted to get a bit more of that exuberance. The intimate atmosphere
gives us the feeling that we are right there and that these men are our
friends. Beautifully handled on many levels.

Affen2


Discography:

201_kl

Koch – Schütz – Studer with Shelley Hirsch
WALKING AND STUMBLING THROUGH YOUR SLEEP
Hans Koch: Reeds/Electronics Martin Schütz: El-5string-Cello, Cello, Electronics/Fredy Studer: Drums,Perc/Shelley Hirsch: Voice

Intakt CD 201


 

30...vorne

Koch – Schütz – Studer

TALES FROM 30 UNINTENTIONAL NIGHTS 

Hans Koch: Reeds, Electronics
Martin Schütz: El-5string-Cello, Cello , Electronics
Fredy Studer: Drums, Percussion

Intakt CD 117


 

hardcore-vorne


Koch-Schütz-Studer

HARDCORE CHAMBERMUSIC 

Hans Koch: clarinets, saxophones, sampling, sequencer
Martin Schütz: electric 5string cello, acoustic cello
Fredy Studer: drums percussion

Intakt CD 042


 

fidel

Koch – Schütz – Studer & Musicos Cubanos

FIDEL

Hans Koch, Martin Schütz, Fredy Studer
Musicos Cubanos:
Juan ‘CotoÕAntomarch, Pedro F. Almeida Berriel, Cristobal Larrinaga Cabrera,
Bobby Carcassés, Silvia Amaro Garcia, Yudit Martinez Hechavarria,
Amado de J. Dedéu Hernandez, Roberto HernaÔndez, Leonardo Planches Lara,
José Pérez Manreza, Arturo Cabrera Martinez, Blasegües Martinez,
Emilio del Monte Jr, Dolores Banguela Navarrete, Mario F. Rodriguez Pedroso,
Santiago Garzon Rill, Damarys Driggs Rodriguez, Mario Orlando Ortega Zuluetan

Intakt CD 056


 

Chockshut

Koch – Schütz – Studer – Demierre – Marti – Wittwer

Chockshut

Hans Koch: Tnor & Sopranosaxophone
Martin Schütz: El-5-string Cello
Fredy Studer: Drums
Jacques Demierre: Piano
Andreas Marti: Trombone
Stephan Wittwer: Guitar

Intakt CD 031 / 1992


 

Acceleration

Hans Koch, Martin Schütz, Marco Käppeli

Accélération

Hans Koch Clarinet, Bass Clarinet, Tenor Saxophone, Soprano Saxophone
Martin Schütz Bass, Cello
Marco Käppeli Drums, Paiste Cymbals

ECM 1357

ECM Records GmbH


 

life tied

Koch – Schütz – Studer

LIFE TIED

Hans Koch: Reeds, Electronics
Martin Schütz: El-5string-Cello, Cello , Electronics
Fredy Studer: Drums, Percussion

Intakt CD 094


 

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Koch – Schütz – Studer
plus DJ M. Singe, DJ I-Sound

ROOTS AND WIRES

Hans Koch: bass clarinets, soprano and tenor saxophone, electronics, sequencer
Martin Schütz: electric 5string cello, acoustic cello, electronics, sequencer
Fredy Studer: drums percussion
DJ M. Singe: turntables
DJ I-Sound: turntables

Intakt CD 060

Reviews of ROOTS AND WIRES


 

74f

Koch – Schütz – Studer
& Christian Uetz

LIVE IM SCHIFFBAU

Hans Koch: bass clarinets, soprano and tenor saxophone, electronics, sequencer
Martin Schütz: electric 5string cello, acoustic cello, electronics, sequencer
Fredy Studer: drums percussion
Christian Uetz: spoken poetry

Intakt CD 074

Reviews of Live im Schiffbau


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Koch-Schütz-Studer
Re-issue of the sold out Cd HEAVY CAIRO TRAFFIC
http://www.intuition-music.com


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“tit for tat”
For 4 Ears Records, 1998.
Conduction #70 :
Lawrence Butch Morris; B Buster;
Pete Ehrnrooth; Andy Guhl; Hans Koch etc
1991-2000.Improvisation (Music)